Hinweise

Ziel des Kurses ist die optimale Wiederholung aller Pflichtfächer für die 1. Juristische Staatsprüfung. Sämtliche für das Examen bedeutsamen Rechtsgebiete (z.B. aus dem Zivilrecht: Sachenrecht, ZPO; aus dem Öffentlichen Recht: Verwaltungsrecht, Verfassungsrecht; aus dem Strafrecht: Vermögensdelikte, Tötungsdelikte) werden anhand ausgewählter Fälle besprochen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Verständnis der Strukturen und wichtigsten Grundsätze des jeweiligen Rechtsgebietes sowie die richtige Aufbaureihenfolge in der Klausur gelegt. Gleichzeitig werden die häufigsten und gefährlichsten Fehlerquellen angesprochen.

Um allen Mißverständnissen vorzubeugen:
Der Kurs setzt voraus, daß sich die Teilnehmer bereits eingehend mit den jeweiligen Rechtsgebieten befaßt haben. Eine Neuerarbeitung des gesamten Prüfungsstoffes innerhalb von vier Wochen ist selbstverständlich nicht möglich. Auch ist es nicht möglich, jedes Detailproblem eingehend zu erörtern. Die letzten Wochen vor dem Examen sollten ohnehin nicht dazu dienen, sich Detailwissen anzueignen. Wichtiger ist in diesem Stadium das Gewinnen eines Überblicks. Gute Klausuren beruhen in erster Linie auf richtigem Aufbau, richtiger Problemerfassung und guter Argumentation. Erst in zweiter Linie ist angelerntes Einzelwissen von Bedeutung.

So sollte z.B. ein Teilnehmer - die nötige Mitarbeit vorausgesetzt - nach der siebenstündigen Besprechung des Grundstücksrechts anhand ausgewählter Klausurbeispiele aus den Problembereichen Grundbuch, Grundbuchberichtigung, Rangordnung der Grundstücksrechte, Auflassung, Hypothek, Vormerkung und gutgläubiger Erwerb in der Lage sein, eine Klausur aus diesem Rechtsgebiet mit Erfolg zu bearbeiten.

Anders als bei häuslicher Eigenarbeit ist aufgrund der Erfahrung unserer Repetitoren gewährleistet, daß Sie die knapp bemessene Zeit vor dem Examen (z.B. sieben Stunden für Grundstücksrecht) optimal nutzen. In dieser Zeit werden nicht Nebensächlichkeiten behandelt, sondern dasjenige angesprochen und vertieft, was für das Gelingen einer Klausur unbedingt erforderlich ist.

Selbstverständlich werden auch Fragen zu Einzel- oder Randproblemen beantwortet, wobei unsere Kursleiter aufzeigen werden, daß sich selbst schwierigste Detailprobleme auf der Basis eines soliden Grundlagenwissens befriedigend lösen lassen.

Für eine gute Examensklausur sind vor allem folgende Faktoren ausschlaggebend:

    das Auffinden der in Frage kommenden Rechts- bzw. Anspruchsgrundlagen (das Nichterkennen einschlägiger Rechtssätze führt zu schweren Minuspunkten, während ihr Erkennen nur die Voraussetzung für eine gute Leistung darstellt);
    überzeugende Auslegung, wobei zu allen denkbaren Argumenten mit einsichtigen Gründen Stellung zu nehmen ist (an dieser Stelle ist mitentscheidend, daß der Examenskandidat - sofern es sich um ein "geläufiges Problem" handelt - die wichtigsten in Rechtsprechung und Literatur vertretenen Auslegungen kennt; ebenso ist die eigene Kreativität des Klausurverfassers von Bedeutung);
    konsequente Einhaltung des gewählten Begründungsweges
    geordneter Aufbau und sprachlich überzeugende Darstellungsweise.

Aus dieser Aufstellung wird ersichtlich, daß die Kenntnis von Einzelproblemen nur an einer Stelle (nämlich bei der Subsumtion der aufgefundenen Rechtsnormen) eine Rolle spielt. Im Rahmen des vierwöchigen Intensivkurses werden die Teilnehmer die Auslegung der wichtigsten Rechtssätze durch Rechtsprechung und Literatur wiederholen und so auffrischen, daß die unterschiedlichen Ansichten zu den Einzelproblemen im Gedächtnis verbleiben.

Es ist dagegen nicht möglich, sich dieses Wissen neu anzueignen, da der Aufnahmekapazität für neues Wissen Grenzen gesetzt sind. Möglich ist es allerdings (und darauf wird besonderer Wert gelegt) an allen übrigen Faktoren zu arbeiten, die für das Gelingen einer Klausur von Bedeutung sind.

Dabei wird vor allem das Arbeiten mit den einzelnen Tatbestandsmerkmalen und das Subsumieren des Sachverhalts an vielen hundert Normen so geübt, daß Sie die spezifisch juristische Arbeitstechnik mühelos beherrschen. So können Sie in der Examensklausur gelassen und konzentriert arbeiten und Ihr vorhandenes Wissen bestmöglich präsentieren.

Unsere langjährige Erfahrung zeigt, daß die gefürchtete Nervosität in der Examensklausur meist nicht dann entsteht, wenn dem Bearbeiter einzelne Probleme unbekannt sind, sondern dann, wenn er die Klausur arbeitstechnisch nicht in den Griff bekommt. Nach unserem 4-Wochen-Training darf die richtige Arbeitstechnik für Sie allerdings kein Problem mehr darstellen.

Beachten Sie:
Im 1. Juristischen Staatsexamen wird in der Regel kein Wissen abgefragt, sondern die Fähigkeit des Prüflings zum Verständnis von konkreten juristischen Problemen und ihrer angemessenen Aufbereitung.